30 Jahre BMW GS

Ein rundum ausgefeiltes Motorradkonzept feiert 2010 einen runden Geburtstag: 30 Jahre BMW GS. Damals, im Herbst 1980, präsentierte BMW Motorrad mit der R 80 G/S eine Maschine, die zwei sehr spezielle Einsatzgebiete in sich vereinigte: Gelände und Straße. Mit der einzigartigen Kombination aus Straßen-, Touren- und Geländetauglichkeit ohne Abstriche bei der alltäglichen Nutzung wurde die R 80 G/S zum konzeptionellen Vorreiter der von BMW Motorrad neu geschaffenen Motorradgattung der Reiseenduros.

Auch im Rennsport bewiesen die R 80 G/S und ihre Nachfahren rasch ihre Qualitäten. Gleich beim ersten Einsatz 1981 gelang Hubert Auriol der Sieg bei der gleichermaßen prestigeträchtigen wie herausfordernden Rallye Paris – Dakar. Nur einer der motorsportlichen Erfolge, die BMW Motorrad mit einer GS in den folgenden drei Jahrzehnten feiern durfte.

Die herausragenden Talente der Boxer GS Modelle – Fahrdynamik, Offroad-Kompetenz, Komfort und Stehvermögen – wurde von BMW Motorrad in den vergangenen 30 Jahren stetig gepflegt und weiter entwickelt sowie erfolgreich auf andere BMW Motorrad Baureihen übertragen.

So bereicherte 1993 mit der F 650 erstmals eine BMW Enduro mit Einzylindermotor den Markt. Während die F 650 ihre fahrdynamischen Qualitäten aus konzeptionell bedingten Gewichtsvorteilen und dem kräftigen Antritt des 47 PS starken Einzylinders bezog, fand zeitgleich bei den BMW GS Modellen mit Boxer-Triebwerk die Wachablösung statt.

Mit der BMW R 1100 GS präsentierte BMW Motorrad nicht nur die erste GS mit Vierventil-Boxer und 80 PS Leistung, sondern wies auch fahrwerkstechnisch neue Wege im Feld der großen Reiseenduros. Erstmals bei einer Enduro fungierten Motor und Getriebe als tragende Elemente des Chassis und machten einen Hauptrahmen damit überflüssig. Während die BMW Hinterradführung Paralever bereits Jahre zuvor bei den Modellen mit Zweiventil-Boxer die Antriebsreaktionen des Kardanantriebs eliminierte, schufen die BMW Ingenieure mit dem Telelever nun auch eine innovative Art der Vorderradführung. Mit ihrem Brems-Nickausgleich und dem höchst feinfühligen Ansprechverhalten setzten sie hier neue Maßstäbe. Zudem wartete die neue R 1100 GS als erste Enduro überhaupt mit ABS auf – ein Sicherheitsplus, über das heute sämtliche BMW Motorräder (Ausnahme BMW G 450 X) verfügen.

Neben zahlreichen Neu- und Weiterentwicklungen, darunter die ab dem Jahr 2000 in Berlin gefertigte F 650 GS (erster Einzylinder mit elektronischer Kraftstoffeinspritzung, Katalysator und ABS-Bremsanlage), markieren die 2007 vorgestellten Modelle F 650 GS und F 800 GS einen weiteren, herausragenden Meilenstein in der BMW GS Geschichte. Mit ihrem leistungs- und drehmomentstarken Zweizylinder-Reihenmotor und dem verwindungssteifen Gitterrohrrahmen interpretieren sie das Thema BMW GS auf ihre eigene, jedoch ganz BMW typische Art. Mit diesen neuen Modellen präsentierte BMW Motorrad nicht nur die Nachfolger für die überaus erfolgreiche F 650 GS mit Einzylinder-Motor sondern erweiterte das Enduro-Angebot in der Mittelklasse. Das vorläufig letzte Highlight setzte BMW Motorrad im Herbst 2009 mit der Vorstellung der modellgepflegten BMW R 1200 GS. Nunmehr mit dem noch drehfreudigeren DOHC-Boxer mit zwei obenliegenden Nockenwellen pro Zylinder ausgestattet, wartet sie mit 81 kW/110 PS Leistung und nochmals gesteigerter Fahrdynamik auf.

Mit den Sondermodellen „30 Years GS“ der BMW R 1200 GS, R 1200 GS Adventure, F 800 GS und F 650 GS würdigt BMW Motorrad die Erfolge der GS Modelle im Serienmotorradbau und im Motorsport gleichermaßen. Letzterer gab nicht zuletzt den Ausschlag für die attraktive optische Gestaltung der Editionsmodelle – in den Hausfarben von BMW Motorrad Motorsport vor 30 Jahren.